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1.)
Das Problem ist Sie haben ein Haustier , Hund, Katze
oder Kaninchen, was an Diabetes leidet. Aus äußeren Gründen kann die Insulineinstellung nicht oder nur schwierig durch die Blutzuckerbestimmung erfolgen.

 

2.)
Als Alternative bietet sich an, zumindest bei starker
mit erhöhtem Wasserkonsum verbundener Diabetes,
den Wasserverbrauch mit der Insulindosis in Zusammenhang zu bringen.

 

3.)
Die Technik wurde bereits beschrieben. Wenn der Wasser- verbrauch noch weit von dem statistisch zu erwartenden Wasserkonsum entfernt ist, können Sie jeweils um 1 IE erhöhen. Nähern Sie sich aber dem theoretischen Wasserverbrauchswert, sollten Sie auf 0,5 IE gehen.

Um gute Daten (Mittelwerte) zu bekommen, sind mindestens an 4 Tage Messungen mit der gleichen Insulinmenge erforderlich. Ihr Haustier braucht auch solange um sich an diese Insulinmenge zu gewöhnen. Ein schnellerer Dosiswechsel ist sinnlos und führt zu Fehlinterpretationen.

 

4.)
Die statistische Auswertung wird viele Leute abschrecken. Ich habe diese Auswertungs- methode (polynominale Regression) deshalb benutzt, weil ich fälschlicherweise am Anfang alle 2 Tage die Insulinmenge gewechselt habe. Da bei mir 2 Katzen aus den gleichen Wassernäpfen getrunken haben, hat dies zu weiteren Messfehlern und Ungenauigkeiten geführt.

Wenn Sie sich an Punkt 3 halten, wird eine komplizierte statistische Auswertung wahrscheinlich nicht erforderlich sein. Reden Sie mit Ihrem Tierarzt. Da ich wie bereits erwähnt 2 Katzen besitze und diese aus den gleichen Wassernäpfen trinken, muss man hoffen, dass die gesunde Katze immer die gleiche Wassermenge trinkt.

Hat man mehr als zwei Katzen oder ist die zweite Katze auch krank, kann diese Methode nicht angewendet werden. Liegen von 4 Werten 3 Werte gut beieinander, kann man den stark abweichenden Wert streichen. Wenn alle Werte stark voneinander abweichen, kann man noch einen 5 Messwert erheben. Ein Ausreißer (von den 5 Werten) wird nun entfernt und aus den verbleibenden Werten wird nun der Mittelwert gebildet.

Alternativ kann man die verbliebenen 4 Werte nun in ein Programm für polynominale Regression eingeben. In diesem Falle (polynominale Regression) werden alle Werte besser berücksichtigt.

Liegen die Werte halbwegs vernünftig, reicht das Millimeterpapier wahrscheinlich aber aus.

 

5.)
Sie werden sich die Frage stellen, was ist besser, Caninsulin oder Lantus ? Ich bin der Ansicht das Lantus besser ist, vor allem wegen des besseren Wirkprofiles. Wenn Sie während der Einstellung umsteigen, müssen Sie in jedem Fall darauf achten, das Caninsulin mit 40IE./ml und Lantus mit 100IE./ml angeboten wird. Ein Wechsel der Spritzen Ist also unumgänglich (sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt).

 

6.)
Die Auswertung
Man muss leider zugeben, dass durch die starken Schwankungen der Messdaten eine Interpretation nicht einfach war. Wenn man nur eine Katze besitzt und 4 Messungen durchführt, kann das zum Glück auch anders sein.

Es ist natürlich vor Beginn der ganzen Prozedur festzustellen, ob kein anderer Grund für erhöhten Wasserverbrauch vorliegt, z. B. Nierenprobleme. Sinkt der Wasserverbrauch unter 50g/pro Kg Körpergewicht (bei Sam 40 - 44 g/Kg, bei den letzten Messungen) ist eine Feststellung des Blutzuckers unumgänglich.

Wahrscheinlich werden an dieser Stelle 1 bis 2 Messungen ausreichen, um den endgültigen Insulinbedarf festzustellen. Noch mal zu der Frage Caninsulin oder Lantus . Sie können aus meinen Daten entnehmen das trotz einer niedrigeren Dosis bei Lantus (Caninsulin 7,5IE , Lantus 7,0IE), der Wasserverbrauch weiter gesunken ist. Dies legt daran, dass bei Lantus die Wirkung sich besser über den ganzen Tag verteilt.

Es zeigt sich hierbei, dass meine Methode der Blutzucker- bestimmung sogar überlegen ist, zumindest solange mehr als 50g/kg Gewicht / Tag getrunken wird. Der Wasserverbrauch berücksichtigt die Stoffwechsellage über den ganzen Tag. Bei der Blutzuckerbestimmung wird nur die Augenblickssituation berücksichtigt.

 

7.)
Es gibt keinen Grund, anzunehmen das diese Methode nicht auch bei anderen Haustieren (Hunde, Kaninchen usw.) angewendet werden kann. Sie müssen sich nur informieren, wie der Wasserverbrauch bei Ihrer Haustiergattung pro Tag / Kg Körpergewicht liegt.

 

8.)
Wenn das Gewicht Ihres Haustieres sich verändert, also ansteigt (Diabetes Typ 1) oder sinkt (Diabetes Typ 2), müssen Sie die Insulinmenge anpassen. Dies habe ich schon beschrieben. Leider ist der Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Insulin nicht 100%. Dies mag daran liegen, dass Fettgewebe und Muskelgewebe nicht gleich viel Insulin verbrauchen. Wenn also die Insulindosis verändert wird, sollten Sie 5 Tage danach eine Blutzucker- bestimmung durchführen lassen.

 

9.)
Sollte man Diätfutter füttern?
Ich habe meinen Katzen am Anfang dieses Tests, Royal Canin Diabetic gegeben. Da einerseits Sam stark untergewichtig war (Diabetes Typ 1) und andererseits beide Katzen angefangen haben Teller und Töpfe auszulecken, bin ich nach 14 Tagen wieder auf Royal Canin Sensible 33 umgestiegen. Wenn Ihre Katze stark übergewichtig ist (Diabetes Typ 2), kann Diätfutter einen Sinn machen. Diätfutter ist übrigens nicht viel teurer als Normalfutter. Sie sollten dies mit Ihrem Tierarzt besprechen.

 

10.)
Zur Zeichnung polynominale Regression. Sie sehen in meiner Zeichnung 5 Linien. Die roten und violetten Linien können Sie vernachlässigen, diese sind nur für Statistiker von Interesse. Entscheidend ist die blaue Linie. Man kann hier sehr schön sehen, wie bei anfangs 105 ml H20/Kg Körpergewicht bei 2.5 IE./12h der Wasserverbrauch auf 55 ml H2O/Kg Körpergewicht bei 7.5IE./12h sinkt. Diese Messungen wurden mit Caninsulin durchgeführt. In dem cyan Balken ist der Wasserverbrauch bei Gabe von Lantus zu sehen.

Obwohl nur 7.0IE./12h gegeben wurden, ist der Wasserverbrauch auf etwa 42 ml/Kg Körpergewicht. gesunken. Dies ist ein Hinweis darauf, dass Lantus besser geeignet als Caninsulin ist.

 

11.)
Gefahren!
Jedes Mal wenn Sie die Insulindosis erhöhen, besteht im Extremfall die Gefahr einer Hypoglykämie (Unterzuckerung). Für diesen Fall sollten Sie eine Zuckerlösung bereithalten, z. B. "Jubin". Sie bekommen es in Ihrer Apotheke. Die Zuckerlösung wird auf die Zähne bez. die Mundschleimhaut aufgebracht. Sie sollten dieses Problem, ausführlich mit Ihrem Tierarzt besprechen. Bei Sam konnte ich bis heute, keine Unterzuckerung beobachten.

 

12.)
Probleme mit den Injektionen.
Am Anfang hatte ich Probleme, die Injektionen in den oberen Teil der Hinterbeine zu verabreichen. Tierärzte benutzen diese Methode meistens. Ein Assistent(in) hält hierbei aber die Katze fest!

Bei Sam wird die Insulindosis im Genick verabreicht. Dies soll den Katzen nicht oder kaum wehtun. Wenn Sie eine Injektionsnadel von 8mm Länge verwenden, können Sie senkrecht von oben herab spritzen. Die Sache wurde für mich etwas einfacher, weil die Tierärztin das Fell an der Einstichstelle wegrasiert hat.

Sie ziehen also zuerst Ihre Spritze auf und legen selbige griffbereit hin. Dann holen Sie Ihre Katze und stellen sie auf den Tisch. Mit der linken Hand greifen Sie nun die Katze vorsichtig im Genick. Sie ziehen die Katze nun etwas am Kopf (Vorsicht !!!).

Parallel hierzu injizieren Sie mit der rechten Hand das Insulin. Der Trick dabei ist, dass sich die Katze hierbei gegen das Ziehen wehrt. Den Einstich merkt sie dann gar nicht. Um von 97% auf 100% Erfolgsquote bei der Injektion zu kommen, habe ich einen Monat gebraucht.

Am Anfang hat Sam sich seitlich weggedreht, dann war die Nadel auch schon mal verbogen. Wenn kein Insulin hierbei verabreicht wurde, können Sie es mit einer neuen Injektionsspritze noch mal versuchen. Ist aber ein Teil des Insulins "drinnen", dann besser nicht mehr nachspritzen. Reden Sie vorher aber mit Ihrem Tierarzt.

 

13.)
Lohnt es sich?
Ich denke ja! Die ersten 2 Monate war die Sache etwas hart. Inzwischen benötige ich für die Prozedur nicht mehr als 4 Minuten. Wenn ich Sam sage, dass es Insulin gibt, kommt dieser meistens sofort angelaufen. Das Befinden der Katze ist genauso, wie bei einer gesunden Katze. Eine Flasche Lantus kostet etwa 57 Euro. Hiermit komme ich etwa 6 Wochen aus. Bei den Spritzen und anderen Hilfsmitteln lohnt sich ein Einkauf im Internet. Die Hilfsmittel sind teils gravierend billiger als in der Apotheke.

 

14.)
Ausblick
Meine Methode wurde nur an einer Katze getestet. Es wäre hierbei interessant festzustellen , wie die Sache funktioniert wenn ein größeres Tierkollektiv zu Verfügung steht. Als Weiteres sollte man diese Methode auch bei anderen Tierarten testen. Wie ist die Korrelation hierbei zwischen H2O, Blutzucker und Insulin?

 

15.)
Für Hinweise und Verbesserungsvorschläge bin ich jederzeit dankbar.


1.)
Beim nachträglichen Durchlesen der Diskussionsseite
viel mir auf, dass die vorgeschlagene Auswertung vielleicht zu kompliziert sein könnte. Zum Glück geht
es aber auch etwas einfacher!

Nehmen wir an Ihre Katze, trinkt im Durchschnitt von 4 Tagen bei einer Insulingabe von 3 IU Lantus, etwa
100 ml H20/Kg Körpergewicht. In diesem Fall erhöhen Sie die Insulingabe auf 4 IU.

Möglicherweise sinkt der Wasserverbrauch im 4 Tagedurchschnitt auf 90 ml H20 / Kg Körpergewicht.



Alle Zahlenangaben sind natürlich von Tier zu Tier unterschiedlich und hier nur als Beispiel zu verstehen.



Also der Wasserverbrauch ist auf 90 ml gesunken, Sie können nun die Insulingabe auf 5 IU erhöhen. In diesem Falle geht der Wasserverbrauch auf z. B. 80 ml/Kg Körpergewicht zurück.

Sind Sie vielleicht bei 70 g H20 / Kg Körpergewicht angelangt, können Sie mit einer Dosiserhöhung von 0,5 IU weitermachen. Sie setzen dann die Einstellung der Insulindosis mit Steigerungen von 0,5 IU fort, bis 50 ml H20 / Kg Körpergewicht erreicht ist.

Nun ist der Gang zum Tierarzt zur Feineinstellung unumgänglich. Wahrscheinlich werden aber wenige Messungen ausreichen, um zur endgültigen Einstellung zu kommen.

2.)
Wenn Sie eine sehr kleine Katze haben, sollten Sie am Anfang mit einer Dosiserhöhung von 0,5 IU beginnen. Stellt sich heraus das, das diese Menge zu wenig Wirkung bringt, können Sie dann auf 1 IU gehen.

Ob man die Dosis mit 0,5 IU oder 1 IU erhöht erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Sie können hier auf die Erfahrung Ihres Tierarztes setzen und selbigen um Rat fragen.

Es ist vom Menschen her bekannt, dass auch dann wenn kein überhöhtes Trinkvolumen vorliegt, immer noch ein zu hoher Glucosespiegel im Blut gegeben sein kann.


Es ist deshalb nach der Einstellung der Insulinmenge über den Wasserverbrauch , in jedem Fall erforderlich das eine Blutzuckerbestimmung durchgeführt wird.

Dies notfalls auch unter Vollnarkose.


Da eine schwere Diabetes zu Gewichtsverlust führt, muss nach ein oder zwei Monaten, entsprechend der Zunahme, die Insulindosis erhöht werden.


Also:

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Sie sollten die neue Insulindosis, aber in jedem Fall mit dem Tierarzt besprechen.

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